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Pressespiegel Eröffnungsfeier:

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Auch „Lümmelbänke“ dürfen nicht fehlen


Kinder und Jugendliche planen neuen Bolzplatz
Der Umbau soll vor allem den Wünschen der Jungen und Mädchen gerecht werden.
Deshalb dürfen sie sich aktiv an der Sanierung beteiligen.
VON SASCHA PRIES

Lindweiler- Etwas traurig sieht der 30 Jahre alte Bolzplatz mit dem neuen Asphaltboden inmitten der umstehenden Wohnhäuser aus. Hier und da ist der Asphalt aufgebrochen. reichlich Grasbüschel wuchern hervor. Bei strahlendem Sonnenschein spielen nur etwa zehn Kinder und Jugendliche Fußball zwischen den beiden Stahltoren. Dass es nicht mehr kleine Sportler sind. liegt wohl auch am Zustand des Platzes. Einige regelmäßige Nutzer. wie der zwölfjährige Marcel und einige seiner Freunde. sind gerade aber damit beschäftigt. die Planungen für einen völlig neuen Bolzplatz voranzutreiben. Im sozialen Zentrum Lino-Club trafen Jugendliche. Lokalpolitiker. Anwohner, Sozialarbeiter und ein Architekt zusammen, um die Fortschritte des Projektes zu besprechen.
Nach einer Auftaktveranstaltung anlässlich des Weltkindertages im September 2008 waren die Planungen für die Umgestaltung in Gang gesetzt worden. „Uns ist besonders wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen an der Verwirklichung teilhaben“, erklärt Angelika Klauth vom sozialen Zentrum Lino-Club, Sie lobt das Engagement. das viele von ihnen in den vergangenen sechs Monaten bewiesen haben. Landschaftsarchitekt Matthias Lill erläuterte seinen Entwurf für die Umgestaltung. die er auf Grundlage der Wünsche und Vorschläge der Jugendlichen angefertigt hatte.


Neben dem neuen Bolzplatz, auf dem auch Basketball gespielt werden kann, soll auf dem rund 950 Quadratmeter großen Gelände auch ein Spielplatz für jüngere Kinder entstehen.
Der von den Jugendlichen wie Marcel ungeliebte Asphaltboden. der einem .die Knie und Ellbogen aufreißt, wenn man hinfällt“, wird durch einen geräuscharmen und weichen Kunststoffboden ersetzt. Auf dem Spielplatz will Lill einen Kletterparcours mit zwei großen Kletternetzen installieren. „Es wird ein sehr viel freundlicheres Bild er geben“. sagt er. Dabei will er den Angewohnheiten der Jugendlichen entgegengekommen: Statt herkömmlicher Sitzgelegenheiten sollen zum Beispiel Lümmelbänke aufgestellt werden auf denen man leicht erhöht wie auf der Rückenlehne einer Parkbank Platz nehmen kann.
Die notwendigen finanziellen Mittel für die Umgestaltung in Höhe von 255 000 Euro kommen gänzlich aus dem Topf des Bürgerhaushaltes „Wir wollen mit der Umgestaltung die Interessen möglichst vieler Menschen bedienen“, erklärt Dorothea John vom Amt für Kinder. Jugend und Familie. Dafür sei entscheidend. dass die Jugendlicher auch bereit sind. Kompromisse ein zugehen und sich um die neue Anlage zu kümmern. „Wir werden dafür sorgen, dass nichts kaputt geht und sich alle ordentlich benehmen“. verspricht ein Jugendlicher bei der Diskussion. Auch der Lino-Club will sich langfristig beteiligen und an mehreren Tagen in der Woche Spielzeug verleihen und die Kinder und Jugendlichen pädagogisch betreuen. Bis es soweit ist, müssen sie Marcel und seine Freunde aber noch etwas gedulden: Architekt Lill rechnet mit einem Abschluss der Bauarbeiten im Frühjahr 2010.

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Anregungen der Jugendlichen umgesetzt
  • Kölnische Rundschau 07.05.2009


Aus tristem Bolzplatz soll Sport- und Spielplatz werden - 250 000 Euro aus Bürgerhaushalt

Kicken geht, aber sonst ist das Spiel- und Sportangebot auf dem Platz
eher schlicht, Das soll sich durch die  Umgestaltung ändern. (Foto: Frey)

Von MARKUS FREY
LINDWEILER. Die gute Nachricht gab es gleich zu Beginn. ‚Sie können fest davon ausgehen, dass die Umsetzung erfolgt“ versprach Dorothea Jahn, Leiterin des Amtes für Kinderinteressen, den Anwesenden. Daraufhin gab es für sie Applaus im Saal des Lino­Clubs. Der trostlose Bolzplatz in Lindweiler soll in einen attraktiven Sport- und Spielplatz umgestaltet werden - und das ganze Veedel beteiligt sich mit seinen Ideen daran. 250 000 Euro werden im Rahmen des neuen Bürgerhaushalts für die Maßnahme bereitgestellt.
Auf ihre Initiative hin", lobte John das Engagement der Bürger und Anwohner ausdrücklich. "Der Rat hat unter 100 Vorschlägen einige ausgewählt. Da war auch ihr Projekt dabei, Ihre Vorstellung war sehr überzeugend". konstatierte John rückblickend. Nachdem der Rat der Stadt im Juni 2008 die Umgestaltung des Platzes zwischen Marienberger Weg und Korber Weg beschlossen hatte. beauftragte er die Verwaltung mit der zügigen Umsetzung. Da das Amt für Kinder. Jugend und Familien von Anfang an großen Wert auf eine breite Beteiligung der Menschen vor Ort legte. konnten diese in den vergangenen Monaten im .Jugendforum Chorweiler eigene Pläne und Vorstellungen entwickeln. Auch wurden eigene Modelle angefertigt. Mitarbeiter des sozialen Zentrums Lino-Club führten in der Nachbarschaft und bei den Anwohnern Befragungen durch. Sammelten Verbesserungsvorschläge und zeigten dabei auch ein offenes Ohr für Bedenken, wie etwa Lärmbelästigung oder Vandalismus.



„Bänke an der Seitenlinie
stören beim Spiel“

 Nachdem bereits im Februar auf einer Anwohnerversammlung erste Ergebnisse der Bürgerbeteiligung präsentiert wurden, hatten alle Beteiligten noch einmal in Workshops für verschiedene Altersgruppen Gelegenheit erhalten, ihre Vorschläge zur Neugestaltung des Bolzplatzes weiterzuentwickeln und intensiv zu diskutieren. Bei einer öffentlichen Präsentation stellte der beauftragte Architekt Matthias Lill der zwischenzeitlich soviel Anregungen wie möglich in seine Bauplanung mit aufnahm, jetzt den gemeinsam erarbeiteten Entwurf des neuen Platzes vor.
„Wir können es nicht jedem recht machen. aber wir habe viele Anregungen aufgenommen. Aber es hat sich auch g zeigt, dass wir mit unsere Ideen von vornherein gar nicht so falsch lagen und Ihnen schon sehr weit entgegen g kommen sind“, versichert Lili. Der neue Platz soll ein Gesamtfläche von 950 Quadratmetern haben. Er wird i zwei Hälften geteilt. Auf der einen Seite in einen Sportplatz mit Linienführung. Toren und Sitzmöglichkeiten. auf dem neben Fußball auch Basketball gespielt werden kann auf der anderen Seite in einen Spielplatz mit Kletternetzen und Hangelparcours mit Sandflächen als Fallschutz. Auch Unterstellmöglichkeiten aus umgebauten Schiffscontainern soll es entlang des neuen Sportplatzes gehen. Der harte Asphalthoden wird durch einen farbigen. weichen Kunststoffbelag ersetzt. der Prallgeräusche vermindern und damit die von einigen Anwohnern befürchtete Lärmbelästigungen in Grenzen halten sollen.
Bei der Präsentation äußerten einige Diskussionsteilnehmer weitete Verbesserungsvorschläge. Darunter viele Kinder und Jugendliche. Dem Wunsch eines Mädchens nach einer Flutlichtanlage musste 1 Lill jedoch eine Absage erteilen. ~Mit Einbruch der Dunkelheit dürfen die Anlagen nicht mehr bespielt werden.“ Dass schreibe die Gemeindeordnung vor. Den Vorschlag eines jungen Mannes. die Sitzbänke doch lieber hinter den Toren anzubringen, anstatt an der Seitenlinie. notierte sich Lili jedoch bereitwillig. ~Die .Jugendlichen spielen oft über Bande, da stören die Bänke nur“, hatte dieser angemerkt.

Umgestaltung soll in
einem Jahr fertig sein

Netztore. wie von vielen Kindern- und Jugendlichen gewünscht. wird es aber keine geben. Stattdessen wird auch die neue Platzanlage mit Gittertoren aus Metall versehen. Netztore sind in der Unterhaltung zu teuer“, betonte Lill.
Dafür werden die Nutzer des Platzes zukünftig nicht mehr durch Passanten in ihrem Spiel gestört. So soll es auf dem Platz stegartige Wegverbindungen geben. Alle anderen Wege sollen dann um den Platz herum führen.
Befürchtungen eines älteren Teilnehmers, Hunde könnten den neuen Platz als stilles Örtchen missbrauchen, konnte Lill teilweise zerstreuen. Es wird dort keine Wiesenflächen mehr, sondern nur noch Wegflächen geben ‚Wir hoffen. dass wir ihnen im Frühjahr nächsten ‚Jahres einen neuen Platz präsentieren können“. schloss der Architekt. Angelika Klauth. stellvertretende Geschäftsführerin des Lino­Clubs, dankte allen Bürgern für ihre zahlreichen Ideen und die tatkräftige Mitarbeit.

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Kletterspinne und eine „Lümmelbank“
„Der neue Platz wird Klasse!“ Statt einer Asphaltierung bekommt die rund 950 Quadratmeter großer Sportanlage einen Kunststoffbelag. Neben dem Fußballfeld sorgt eine große Kletterspinne für Abwechslung und ein Fallschutz für Sicherheit. Die Anpflanzung von Bäumen ist ebenso geplant wie eine Unterstellmöglichkeit, Trennwände zwischen den Spielbereichen sowie stabile Stahltore und "Lümmelbänke“.
„Der Bürgerhaushalt macht es möglich“, erklärt Angelika Klauth vom Sozialen Zentrum Lino-Club ‚Vor zwei Jahren wurde der Vorschlag zur Verschönerung eingereicht. Der Stadtrat beschloss im Juni 2008. jeweils die besten 100 Vorschläge in drei Kategorien umzusetzen.“ In der Kategorie "Sport“ sei das Projekt ‚"Bolzplatz“ auf dem sehr guten Platz 37 gelandet. Klauth: „Der Lino—Club ist dann beauftragt worden, das parallel lautende Beteiligungsprojekt zu betreuen.
Insgesamt darf der neue Bolzplatz 250.000 Euro kosten. Die Bildanimationen von Architekt Lill überzeugten sie. Lill hatte schon viele Vorschlage in seinen Plänen mit eingebaut. „Jetzt müssen wir- noch den Feinschliff hinbekommen“, sagte der Architekt und war etwa dankbar für den Vorschlag eines Jugendlichen: "Die Sitzbänke müssen hinter die ‘Trennwände gestellt werden, denn die Wände nutzten wir beim Bolzen als Bande". gab er zu bedenken. Noch nicht fest steht, ob es auch ein Basketballfeld geben wird.
Wer sich noch mit einbringen möchte, kann unter Telefon 0221/9989880 anrufen.
Träger: Soziales Zentrum Lino-Club.e.V • Unnauer Weg 96a • 50767 Köln
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